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Leistungsverzweigtes Getriebe (1)

Vario


Das Konzept stammt von Fendt. Ist sehr einfach aufgebaut und dennoch sehr effizient! Im Gegensatz zu Fendt’s hydrostatischem Zweig gibt’s aber hier eine elektrische Lösung. Der Vorteil ist die Möglichkeit, den Elektromotor/Generator als Anlasser und auch gut dosierbare Bremse nutzen zu können.
Die Anlasser/Lichtmaschinen-Technik gibt es bereits. In Automotoren wird diese Technik wohl in naher Zukunft Verwendung finden. Dabei wird der Generator/Motor auch als Schwingungstilgung benützt. Durch kurze Stromstösse wird dabei die in bestimmten Drehzahlbereichen auftretende Vibrationsneigung von “wenigzylindrigen” (also 4 Zylinder und weniger) Motoren (welche sonst nur durch Ausgleichswellen behoben werden kann) kompensiert.
Aber zurück zum Getriebe. Direkt an den Verbrennungsmotor angeflanscht ist also der E-Generator/-Motor. Kupplung gibt’s keine, man kann sich also Vorstellen dass die Kurbelwelle direkt ins Getriebe führt. Dieses besteht im Grunde nur aus einem Planetengetriebe. Die Kurbelwelle treibt das Sonnenrad an. Der Planetenträger eine sogenannte Summierungswelle (weil dort die “verzweigte” Leistung wieder zusammengeführt wird) und auf dem Hohlrad “sitzt” ein weiterer E-Generator/-Motor.
Soweit entspricht es nun dem Vario - Prinzip von Fendt. Der Vorteil den der Elektroantrieb bietet, ist die bessere Dosierbarkeit und die Speichermöglichkeit von “Überleistung” aus Bremsmanövern. Diese gespeicherte “Ladung” wird für Schaltmanöver genutzt. Um den mechanischen Anteil der Drehmomentübertragung möglichst hoch zu halten und somit den Wirkungsgradverlust einzudämmen, ist es nämlich notwendig durch mehrere Stufen zu schalten.
Leistungsverzweigte Getriebe mit mehrgängiger Schaltung gibt’s bereits. Nur lässt bei diesen der stufenlose Übergang zwischen den Gängen zu wünschen übrig. Fendt erreicht mit seinem Getriebe ohne “Schaltstufen” (es hat dennoch 2 Stufen - fährt aber beide von 0 an) einen erstaunlich guten Wirkungsgrad. Das Geheimnis liegt “Fendt-like” in perfekter Konzeption und Innovationskraft. Was das Vario-Getriebe auszeichnet ist zweifelsohne der hydrostatische Part. Die Axialkolbenmotoren/-pumpe sind/ist erstmals bis zu 45° schwenkbar. Dieser grosse Schwenkbereich ermöglicht einen derart guten Wirkungsgrad, dass dem Vario-Getriebe im Vergleich zu Vollastschaltgetrieben kaum höherer Leistungsverlust nachzuweisen ist! Der Vorteil des stufenlosen Getriebes liegt in der bestmöglichen Auslastung des Motors. Man kann Ihn im besten Drehmomentbereich fahren (optimaler spezifischer Verbrauch), im Bereich der Spitzenleistung oder mit stark reduzierter Drehzahl (geringster Verbrauch). Dies spart - Tests haben dies eindeutig bewiesen - Kraftstoff und Zeit!
Okay wieder zurück zu meinem Konzept…
Geschaltet wird also 3 bis 4 mal. Das Getriebe ist unsynchronisiert und arbeitet ähnlich wie ein Getriebe mit Schaltwalze. Diese Walze kommt hier jedoch nicht zum Einsatz. Ist der Schaltzeitpunkt erreicht (je nach gewähltem Modus früher oder später), übernimmt der Elektromotor auf der Summierungswelle zu 100% die Drehmomentübertragung. Die Kraftflussunterbrechung im Getriebes dauert etwa 1 Sekunde. In dieser Sekunde wird via Hohlrad (E-Motor) des Planetengetriebes die Zahnradpaarung des nächsten Ganges elektronisch gesteuert synchronisiert.
Denkbar wäre auch eine Variante ohne Schaltmanöver. Also ein Fendt Vario Getriebe mit Elektro-Zweig. Vor allem wäre dies etwas für LKW’s. Das Vario Getriebe scheint das unkomplizierteste und vor allem wirkungsgradgünstigste für Traktoren zu sein. Damit hat Fendt der Konkurrenz wieder einmal eine gehörige Ohrfeige verpasst. Nicht die erste - und bestimmt nicht die letzte!
Leistungsverzweigtes Getriebe (2)
Wieder auf dem Prinzip der Leistungsverzweigung basierend, aber diesmal mit technischen Merkmalen des Vario’s von Fendt. Das Herz bildet also wieder das Planetengetriebe. Auch die Summierungswelle findet man als “Vereinigungsinstrument” am Ende meines Getriebes. Dann hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. Mein 2. Zweig ist nämlich elektrisch. Mittel Schneckengetriebe wird dem Hohlrad keine Leistung abgenommen, sondern erstmal zugeführt! Das klingt zwar unverständlich, ist aber im Grunde kein Problem. Es geht nicht darum über das Hohlrad Drehmoment für den Vortrieb des Fahrzeugs zu übertragen, sondern, im Gegenteil, das Fahrzeug zum stehen zu bringen! Das Hohlrad muss ja bei Stillstand (des Fahrzeugs) laufen. Mit einem darauf sitzende Schneckengetriebe ist das aber nicht so einfach. Man muss deshalb elektrische Energie “opfern”, um zu verzögern und zum Stillstand zu kommen. Dieser Energieaufwand ist aber schwindend gering! Eventuell muss gar gebremst werden (kommt auf die Steigung an). Auf der Summierungswelle ist der andere Elektromotor/Generator angebracht. Dieser sorgt immer dafür, dass in der Batterie genügend Energie gespeichert wird um den anderen Motor mit Strom versorgen zu können. Es ist keine grosse Batterie erforderlich, da nur sehr wenig gespeichert werden muss. Vor allem muss sie den Strom (ausser der Strom der zum Starten des Verbrennungsmotor benötigt wird) nicht lange speichern. Man müsste, um hohe Drehmomente übertragen zu können, aber unbedingt die Reibungsverluste im Schneckengetriebe minimiert werden! Auch da habe ich eine Idee. Aber die ist noch nicht spruchreif…
So long, Madonno

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2 responses

Irgendwie scheint mir dein Artikel hier ziemlich Fendt-verherrlichend. Ich ja

Zahnrad | May 13, 2008 | 5:32 pm

Irgendwie scheint mir dein Artikel hier ziemlich Fendt-verherrlichend. Ich ja eine schöne Marke, aber man sollte doch realistisch bleiben. Das Konzept der Leistungsverzweigung stammt nicht von Fendt, sondern wurde in ähnlicher Weise 1907 von Renault für einen stufenlosen Automobilantrieb vorgestellt. Dieser Antrieb entpricht dahingehen von der Idee bereits dem von Fendt übernommenen Konzept, da eine Art Axialkolbenmaschinenkombination eingesetzt wird und durch die Art der Leistungsverzweigung (drehzahlgeteilt)mit zunehmender Übersetzung der mechanische Zweig langsamer wird.
Dagegen arbeiten die Mehrbereichs-Stufenlosgetriebe anderer Hersteller mit einer drehmomentgeteilten Leistungsverzeigung. Die Umschaltung in einen anderen Fahrbereich erfolgt bei Synchrondrehzahl der Bereichskupplungen, daher völlig unmerklich und ruckfrei. Dabei gibt es keine einsekündige Kraftflussunterbrechung, sonder die Mehrbereichsgetriebe sind allesamt (egal ob S-Matic, ZF, JD oder seit diesem Jahr auch Same und Mali, und auch das ehemalige CLAAS) über den gesamten Übersetzungsbereich voll kraftschlüssig. Viele Schleppernutzer sind bei der Beschleunigung des Schleppers nicht einmal mehr in der Lage, zu sagen, in welchem Moment der Fahrbereich wechselt.
Was den Wirkungsgrad des Fendt-Getriebes angeht, möchte ich auf diverse Vergleiche des OECD verweisen. Hier zeigt sich, dass Getriebe mit mehreren Schaltbereichen in vielen Übersetzungsbereichen dem Einstufenkonzept überlegen sind, soweit diese Test eine Aussage darüber treffen können. So ist es auch nicht verwunderlich, dass ausnahmslos alle anderen Getriebehersteller auf Mehrstufenkonzepte mit Drehmomentteilung setzen. Ich gebe dir in dem Punkt natürlich recht, dass das Fendt Getriebe deutlich einfacher aufgebaut ist und mölicherweise im Teillastbetrieb Vorteile haben kann.

Alles in Allem ist dein Artikel aber oberflächlich, markengeprägt und was die Funktion anderer Getriebe angeht scheist du dich da recht wenig mit auszukennen. Um dich nicht auf die Stufe der in den Schlepperforen allzuoft vorhandenen ‘Markenkindereien zu stellen, solltes du etwas objektiver werden und genauer recherchieren.

Wenn du hier ein Konzept eines leistungsverzweigten Antriebs mit E-Motor vorstellen möchtest(was durchaus zu begrüßen ist), wäre eine Stickdiagrammdarstellung sicher nicht verkehrt. Das Prinzip Leistungsverzweigung mit E-Motor, mölicherweise eingebunden in ein Hybridantrieb ist allerdings auch keine Neuerfindung, sondern an jedem größeren Antriebstechnikinstitut einer Uni zu finden.

Ich hoffe, dass dich meine Kritik nicht allzusehr verärgert und du meinen Kommentar nicht einfach löscht, sondern die Anregungen aufnimmst. Auch mir passiert es leider viel zu häufig, lapidar über die ein oder andere Konstruktion vorschnell zu urteilen. Aber man ist ja lernfähig. Übrigens, wenn du Interesse an weiterem Material zu stufenlosen Getrieben hast, meld dich einfach, ich arbeite schon seit einiger Zeit an diesem Thema ;-)

Hallo und danke für deinen Kommentar! Stimmt schon, dass ich Fendt's

Madonno | May 14, 2008 | 3:16 pm

Hallo und danke für deinen Kommentar!
Stimmt schon, dass ich Fendt’s Technik gut finde. Die Praxis zeigt aber auch, dass Fendt schon immer technischer Vorreiter war
Lies hier wie lange Fendt mit der Entwicklung des Vario Getriebes gewartet hat: Die Geschichte des Vario Getriebes.
Das Vario Grundkonzept ist sicherlich nichts besonderes. Das besondere daran ist der gute Wirkungsgrad der durch die stark verbesserten Axialkolbenpumpen (45° Schwenkwinkel) erzielt wurde. Tests und vor allem die Praxis beweisen es ja.
Selbst wenn das Getriebe in manchen Geschwindigkeiten den mehrstufigen leistungsverzweigten Getrieben unterlegen ist - ein Vario hat unterm Strich dann dennoch den besten spezifischen Kraftstoffverbrauch und das geht nicht nur auf die Kappe der Motoren. Fendt ist also mit einem weitaus einfacherem und damit auch preisgünstigerem, eigenentwickeltem Getriebe auf dem selben Niveau wie die Konkurrenz. Das sind Fakten.

Der Grund warum die anderen Hersteller auf mehrstufige Getriebe setzen ist relativ einfach: Sie dürfen das Vario nich kopieren! Fendt hat einige Patente auf die verbesserte Axialkolbenpumpe!

Mein Artikel war ja auch gar nicht über das Vario Getriebe sondern über eine meiner Ideen. Leider funktioniert die Idee aber nicht. Geschrieben habe ich ja auch nicht worüber ich eigentlich nachgedacht habe.

Fendt fanatisch bin ich nicht. Aber ich mag Technik und Fendt ist eben immer einen Schritt voraus wenn’s um grosse Innovationen geht. Die Entwicklung des Trisix ist zum Beispiel in meinen Augen eine sinnlose Zeitverschwendung. Da hätten die Fendt Ingenieure auch an was anderem basteln können.

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